
Eine Analyse am Beispiel der Arbeitsteilung im Haushalt:„Hausarbeit ist immer noch Frauensache.“ So begann eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp vom Beginn dieses Jahres, in der über eine aktuelle Erhebung eines Meinungsforschungsinstituts berichtet wurde.1 Die Ergebnisse der Befragungen waren erschreckend: Obwohl seit Jahren über Gleichberechtigung gesprochen wird, gibt etwas mehr als ein Drittel der befragten Männer zu, dass sich vor allem die Partnerin um den Haushalt kümmert. Umgekehrt behaupten nur drei Prozent der Frauen, dass der Partner denüberwiegenden Teil der Hausarbeit erledigt. Glaubt man den Ergebnissen der Befragung, dann führt die Frage der Arbeitsteilung im Haushalt nicht selten zu Konflikten zwischen den Partnern. So streiten den Angaben zufolge regelmäßig dreizehn Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer – zwei- bis dreimal die Woche – über die Verteilung der häuslichen Aufgaben. Fast die Hälfte der befragten Personen gibt sogar an, dass regelmäßig alle zwei Monate der „Haussegen schief hängt“.
Im Zentrum dieser Seminararbeit soll die Frage stehen, was die Akteure in Partnerschaftsbeziehungen aneinander bindet. Wie innerhalb des Seminars, indem es um die Frage nach dem Wesen von „sozialen Gemeinschaften“ ging, deutlich geworden ist, findet Gemeinschaftsbildung durch Kommunikation und Interessenaustausch zwischen Individuen statt. Genauso wie Familien im Speziellen, so zeichnen sich auch Partnerschaften im Allgemeinen durch spezielle Gesetze des Zusammenhaltes aus. Trotz dieser Besonderheiten, die ich im Laufe dieser Arbeit herauszuarbeiten versuchen werde, unterscheiden sich die Interaktionen der Akteure in Partnerschaftsbeziehungen aber grundsätzlich nicht von denen anderer Formen von sozialer Gemeinschaft. Die Aushandlungsprozesse, die innerhalb von Partnerschaften ablaufen, sind denen anderer freiwilliger Zusammenschlüsse von Individuen auffallend ähnlich.
Zum besseren Verständnis dieser Austauschprozesse möchte ich einen handlungstheoretischen Ansatz verfolgen. Als Erklärungsansatz dienen mir dazu die Aussagen der Austausch- und Ressourcentheorie, die ich im zweiten Teil meiner Arbeit behandle und auf die ich meinen Schwerpunkt legen möchte. Anschließend werde ich im dritten Teil die herausgearbeiteten Aussagen der Austauschtheorie auf das bereits einleitend erwähnte praktische Beispiel der Arbeitsteilung im Haushalt anzuwenden versuchen. Die theoretischen Annahmen über den partnerschaftlichen Aushandlungsprozess sollen dabei zudem mit weiteren empirischen Befunden belegt werden.